Nov. 2013 Wein & Kultur

Das Thema Wein bewegt und begleitet die Menschen seit den Anfängen menschlicher Kultur. Genug Gründe für den Kulturverein, sich dieses Themas aus verschiedenen Perspektiven anzunehmen.
Thomas Mandel stimmte auf das Thema ein und begleitet auf dem Klavier zuerst Clemens Philipp, der in überzeugender Hans Moser Manier das „Reblaus-Lied“ zum Besten gab. Das Publikum war überwältigt. Der Sänger Josef Oberauer brachte die zum Klassiker gewordene Wiener Lieder Georg Kreislers „Gehn wir Tauben vergiften im Park“ und „Der Tod, das muss ein Wiener sein („ ..genau wie die Liebe a Französin war…“) gefolgt von einer Ballade über das Schicksal des unglücklichen Franz. Es folgte die zungenbrecherische Telefonbuchpolka von Benjamin Swiczinsky („Mein Name gfallt mir nimmer, ich heiße nämlich Brscht…“). Die gemeinsame Darbietung – mit der Begleitung durch Thomas Mandel am Klavier – zeigten die musikalische Perfektion, die in der jahrzehntelangen musikalischen Partnerschaft gewachsen ist.

Der Männergesangverein St. Margarethen spannte einen weiten musikalischen Bogen um das Thema Wein beginnend mit „Bringet Kerzen, Wein und Saiten, doch dann lass dem Ding den Lauf! Freude lässt sich nicht bereiten, wie die Blume geht sie auf…“. Das folgende Lied von Felix Mendelsohn-Bartholdy belehrte die Zuhörer über den richtigen Umgang mit dem Trinken („Wenn man nicht trinken kann, soll man nicht lieben. Doch sollt ihr Trinker euch nicht besser dünken, wenn man nicht lieben kann, soll man nicht trinken…“). Das Lied „Die stille Nacht“ von Franz Schubert berichtete  den Zuschauern über das langsame Nachhausegehen eines Trinkers.
Josef Leitner beantwortete die Frage, warum bei der christlichen Eucharistiefeier Wein anstatt Bier verwendet wird. Obwohl beide Getränke bereits seit 10000 Jahren bekannt sind, hat sich bereits in den alten Hochkulturen – und in deren Nachfolge das Christentum – der Wein als wesentlicher Bestandteil ritueller Praktiken etabliert.  Mit Hilfe des Weins wollte man in der Extase und im Rauch den Götter nahe sein. in der antiken Mythologie gab es eigene Götter für den Wein wie Gilgamesch in Babylonien, Osiris in Ägypten, Dionysos in Griechenland sowie Bacchus bei den Römern. Die zweite Frage beantwortete die Geschichte des Weins in  Oberösterreich. Vom 14. bis zum 16. Jh. war  Oberösterreich ein Hochland des Weinbaus. Orte wie Weinberg, Weingartshofstraße sowie Regau (nach Rebengau) erinnern daran, dass Wein von Aschach bis Grein, vom Mühlviertel bis ins Salzkammergut verbreitet war. Nach einer markanten Klimaveränderung um 1600 wurde der Wein langsam von Bier und Most abgelöst.
Zwischen den musikalischen Einlagen gab der Leondinger Peter Weikinger Gedichte zum Thema Trinken und Essen zum Besten, u.a. klagt Hugo Schanowski im Gedicht „Übern Wein“ : Beim besten Tropfen, ob weiß oder rot, trinkt der Finanzminister mit…  Die Fliegenverhaltensforschung von Angelika Fürthauer klärte auf: „Fliegenweiberl fliegen zum Spiegel, Fliegenmandeln schwimmen im Bier“.
Zum Abschluss gab es einen gemeinsamen Auftrag des Männergesangvereins mit Josef Oberauer „Darum Brüder schenket ein, muss es gefallen sein, fallen wir berauscht vom Wein“.
Inspiriert von so viel Kultur wurde die Weinkarte ausgiebig studiert und alle der sechs Spitzen Weiss- und fünf Rotweine – aus den wichtigsten Weinregionen Österreichs – , von den Gästen mit vollem Genuss genutzt.