Okt. 2013 „ZAK sei Dank“ Sonderveranstaltung für Mitglieder

Der Zaubertaler Kulturverein sagt seinen Freunden Danke

Ein Alter von 5 Jahren ist ein Grund zu feiern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Verein seinen Mitgliedern sein Danke in Form einer Sonderveranstaltung übermittelt, aber wie das geschah war außergewöhnlich: Ein anspruchsvolles Programm von Barockmusik bis zu freier Tonalität des 21. Jahrhunderts, dargeboten von Künstlern, die zum großen Teil im Zaubertal heimisch sind.
Den örtlichen Rahmen bildete die Pfarrkirche von Zaubertal / St. Margarethen mit seiner denkmalgeschützten Orgel, zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom bedeutenden Ottensheimer Orgelbauunternehmen Breinbauer errichtet.
Den Rahmen der musikalischen Reise bildete Choralmusik von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), beginnend mit dem Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe. Oh wie feste halt ich ihn.“, endend mit dem Choral „Jesus bleibet meine Freude, meines Herzes Trost und Saft“, beide Schlusschoral der zwei Teile der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ über dieselbe Streicherbegleitung und der gleichen Melodie geschrieben, Werke, die viele Künstler zu Bearbeitungen animiert und es sogar in die Charts der Pop-Musik gebracht haben. Diese und weitere Choräle Bachs waren beim Sängerensemble Rosemarie Schobesberger, Andreas Lebeda, Helga und Heinz Sambs in besten Händen, begleitet auf der Geige von Andrea Duka Löwenstein und auf der Breinbauer-Orgel von Rudolf Jungwirth.
Rudolf Jungwirth ist an diesem Abend aber auch als Komponist „Songs of Innocence and of Experience“ vertreten. Das ist ein Liederzyklus über ausgewählte Texte aus dem gleichnamigen Gedichtzyklus des Briten William Blake (1757 – 1827), der auch als Maler tätig war und seine Werke mit eigenen graphischen Darstellungen versehen veröffentlicht hat. Rudolf Jungwirth hat also dem Werk Balkes eine dritte Dimension hinzugefügt, die Musik. Überrascht hat die gewählte Tonsprache, eine vollkommen freie Tonalität, überrascht hat aber auch die Nähe zu den umrahmenden Werken Bachs. Jungwirth stellt der Singstimme nämlich eine Violinstimme bei, die in Passagen selbständig erzählt, die Singstimme begleitet oder das dichterische Geschehen akzentuiert, alles das umgesetzt von Andrea Duka Löwenstein, von der man hören konnte, welche unterschiedlichen Stimmungen und Tonfarben man selbst einem schlanken Geigenton entlocken kann. Blakes Gedichte sind zwar vom Geist eines Schöpfergottes bestimmt, aber dem Leben zugewandt. Die Unschuld, die Innocence, war der Sopranistin Rosemarie Schobersberger zugedacht, die Erfahrung, die Experience, dem Bariton Andreas Lebeda. Auch ihnen gelang es, den Gedichten Blakes zusätzlich Farbe zu geben, eben der Aussage eine neue Dimension hinzuzufügen, wie nur Musik es kann.
Dem Danke des Zaubertaler Kulturvereins ist ein Danke der Besucher dieses Konzerte, der Genießer des anschließenden Buffets und der Gelegenheit, den Abend im Gespräch ausklingen zu lassen, hinzuzufügen.